Kelly Slater gewinnt neunten Weltmeistertitel beim Billabong Pro Mundaka

Der Amerikaner Kelly Slater hat am heutigen Freitag beim Billabong Pro Mundaka die Weltmeisterschaft im Wellenreiten gewonnen. Für Slater ist es der neunte WM-Titel seiner Karriere. Somit ist der 36-jährige sowohl der jüngste als auch der älteste Surfer, der die Weltmeisterschaft im Surfen gewinnen konnte. Bereits als 20-jähriger konnte er im Jahr 1992 seinen ersten Titel feiern.
Mundaka präsentierte sich heute von einer sehr ungemütlichen Seite mit starkem Regen und Temperaturen um die 12 Grad. Die Wellen waren ähnlich wie am gestrigen Donnerstag zwischen 1,5m und 2m zusammen mit lediglich leichtem Offshore Wind. Wie am Vortag wurde erneut im Dual Heat Format gesurft, bei dem jeweils zwei Heats zeitversetzt zusammen im Wasser sind.
Im wichtigsten Heat des Tages zwischen Kelly Slater und Eneko Acero (EUK) reichten Slater zwei Wellen mit einem Score um die sieben Punkte, um sich gegen den Basken Acero durchzusetzen. Dieser Sieg reichte dem Amerikaner, um in der Gesamtwertung so weit in Führung zu gehen, dass keiner seiner Verfolger ihm den Titel in den letzten beiden Contests in Brasilien und Hawaii noch nehmen könnte.
Umgehend nach seinem Erfolg wurde Slater die Weltmeistertrophäe der ASP (Association of Surfing Professionals) überreicht, bevor er von den Mitgliedern des Mundaka Surfclub von der Mauer in das Hafenbecken geworfen wurde. Dieses Ereignis ist Tradition beim Billabong Pro Mundaka und ist für jeden Surfer eine große Ehre.

„Es wird sicher noch eine Weile dauern, bis ich es realisiert habe. Vermutlich trifft es mich erst, wenn ich mit meiner Familie zu Hause gesprochen habe“, sagte Slater anschließend. „Das gesamte Jahr hat sich für mich sehr entspannt angefühlt. Vermutlich ist es die positive Veränderung in meinem Privatleben. Ich bin zufrieden und zur Ruhe gekommen und erfahre sehr viel Unterstützung. Ansonsten habe ich nichts geändert. Ich habe ein wenig mit meinen Boards experimentiert und an meiner mentalen Einstellung gearbeitet. Aber unabhängig davon ist mir alles Weitere einfach so zugefallen in diesem Jahr.“
Noch während Slater seine Trophäe in Empfang nahm, wurden der Contest unmittelbar fortgesetzt. In einem rein europäischen Heat zwischen Jeremy Flores (FRA) und Tiago Pires (PRT) konnte sich der Portugiese behaupten. Erst mit seiner letzten Welle erzielte Pires den notwendigen Score von 4,27 Punkten, um Flores in den letzten Minuten des Aufeinandertreffens noch zu besiegen.
Durch Slaters Sieg war mit Eneko Acero bereits zuvor einer der beiden verbliebenen baskischen Surfer aus dem Contest ausgeschieden. Sein Landsmann Aritz Aranburu hatte es dann in der dritten Runde mit dem aktuell an dritter Position der Gesamtwertung liegenden Bede Durbidge (AUS) zu tun. Der Australier war am heutigen Tag für den lange verletzten Aranburu zu stark und so wird auch 2008 kein baskischer Surfer den Billabong Pro Mundaka gewinnen können.

Nach einer kurzen Feier und seiner Ehrung durch die ASP- und Contest-Offiziellen musste Slater in der vierten Runde gegen den Australier Tom Whitaker antreten. In einem spannenden Heat zeigte Slater keinerlei Zurückhaltung und lieferte Whitaker einen harten Kampf. So legte Slater einen Wavescore von 9,33 vor, während der Australier zunächst lediglich sehr niedrige Ergebnisse einfahren konnte. In der zweiten Hälfte des Heats schlug Whitaker dann mit einem perfekten 10,00 Punkte Ride zurück und legte kurz darauf noch eine zweite gute Welle mit 8,00 Punkten nach. Slater kam im weiteren Verlauf nicht mehr über 3,10 Punkte hinaus und unterlag Whitaker so am Ende doch deutlich.
Eine sehr souveräne Vorstellung lieferte erneut Adrian Buchan (AUS) ab, der nach seinem Sieg beim WCT Contest in Frankreich vergangene Woche, in besonders guter Form zu sein scheint. In seinem Aufeinandertreffen mit Tiago Pires befand sich der Portugiese von Beginn an in der Defensive. Nach der Hälfte der insgesamt 40 Minuten musste Pires 14,51 Punkte erreichen, um den Australier noch zu besiegen. Das bedeutete, dass er allein mit einer guten Welle nicht an Buchan hätte vorbeiziehen können (maximal 10 Punkte pro Welle). Buchan zog folglich verdient in das Viertelfinale ein, wo er nun auf Slater-Bezwinger Tom Whitaker treffen wird.

Im letzten Heat der vierten Runde hat Luke Stedman (AUS) den Amerikaner Bobby Martinez besiegt und ihn damit von einem dritten Sieg beim Billabong Pro Mundaka in Folge abgehalten.
Mit Joel Parkinson (AUS), Adriano de Souza (BRA), Bede Durbidge (AUS) und Taj Burrow (AUS) konnten sich hingegen alle von Slaters engsten Verfolgern unter den Top 5 der Gesamtwertung mit Siegen für das Viertelfinale qualifizieren. Auch wenn es für sie nun nicht mehr um den Weltmeistertitel geht, steht weiterhin der Titel des Vizeweltmeisters auf dem Spiel sowie eine nicht unerhebliche Summe Preisgeld für einen Erfolg beim Billabong Pro Mundakak (US$ 30.000 für den Sieger).
Laut den letzten Vorhersagen ist es wahrscheinlich, dass bereits am morgigen Samstag die Entscheidung in Mundaka fallen wird. Auch wenn die Waiting Period den Organisatoren noch über eine Woche Zeit lässt, sind die Prognosen für die kommende Woche momentan so bescheiden, dass eine zügige Fortsetzung von allen Seiten angestrebt wird.
Die erste Gewissheit wie und wann es weiter gehen wird, entscheidet sich mit dem nächsten Call am Samstag Morgen um 9.00Uhr.
Der Billabong Pro Mundaka wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung von Euskaltel, Kustom, Von Zipper, Nixon, Yamaha und Cobra Jetskis sowie insbesondere durch die Gemeinden von Mundaka und Sopelana und ihren jeweiligen Surfclubs.

Das könnte dir auch gefallen

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.